MATERIALIZE: Eine künstlerische Reise in das Quantenuniversum



MATERIALIZE: Eine künstlerische Reise in das Quantenuniversum

Ausstellung im Rahmen des Fraunhofer Jubiläumsjahres »70 Jahre Fraunhofer. #WHATSNEXT«

STATE Studio und Fraunhofer-Gesellschaft präsentieren interdisziplinäre Themenausstellung im Resonanzfeld von Kunst und Wissenschaft


Berlin, 1. August 2019

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https://www.state-studio.com
                                                       

01. August – 1. Oktober 2019

„Our imagination is stretched to the utmost, not, as in fiction, to imagine things which are not really there, but just to comprehend those things which 'are' there."  Richard P. Feynman

Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Fraunhofer-Gesellschaft eröffnet STATE am 01.08.2019 in Zusammenarbeit mit dem “Fraunhofer-Netzwerk Wissenschaft, Kunst und Design“ und dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) die Themenausstellung „Materialize” – eine künstlerisch-wissenschaftliche Reflektion des Themenfeldes Quantentechnologie.

Die interdisziplinäre Ausstellung im Wissenschafts- und Kunstraum STATE Studio ist die zweite einer mehrteiligen Veranstaltungsreihe: Im Rahmen des 70-jährigen Jubiläums der Fraunhofer-Gesellschaft werden von April bis Dezember 2019 in mehreren Ausstellungsprojekten und zwei Künstlerresidenzen ausgewählte künstlerische Arbeiten präsentiert, die im engen Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Fraunhofer-Gesellschaft und deren Forschungsfeldern entstanden sind. 

Die durch STATE kuratierten künstlerischen Tauchgänge in die Themenfelder Wasser, Quantentechnologie, Optik und Bauphysik machen so aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen und Forschungsthemen der Fraunhofer-Gesellschaft für ein breites Publikum erlebbar und laden zur Diskussion gesellschaftsrelevanter Fragestellungen in deren Zusammenhang.


Materialize Vernissage 

01. August 2019, 18:30 Uhr, STATE Studio

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts erforschen Wissenschaftler Phänomene der Quantenphysik, deren unglaubliche Erkenntnisse unser gewohntes Weltbild auf den Kopf und unseren Alltagserfahrungen neue Realitäten gegenüberstellen.

Doch die Faszination für die Gesetzmäßigkeiten des mikroskopisch Kleinen teilen nicht nur Wissenschaftler. Getrieben von der gleichen Suche nach Wahrheit und Erkenntnis finden auch Künstler in den Theorien der Quantenphysik Grundstoffe für ihre Interpretationen und Imaginationen von Welt. 

Die von STATE Studio präsentierten künstlerischen Ansätze von Andreas Jungk, Luca Pozzi und Olaf Schirm greifen aktuelle Tendenzen der Quantenmechanik auf und entfalten neue, ästhetisch-sinnliche Zugänge zu einem der wohl komplexesten und tiefgreifendsten Forschungsfelder unserer Zeit.

Zusammen mit dem Fraunhofer „Fraunhofer-Netzwerk Wissenschaft, Kunst und Design“und in Kollaboration mit dem IOF eröffnet STATE mit MATERIALIZE einen Reflektionsraum für verschiedene künstlerische Antworten auf die Erkenntnisse der Quantenphysik. Ihre für uns schier unbegreiflichen Gesetzmäßigkeiten und deren weitreichende Konsequenzen für unser Weltverstehen werden von den teilnehmenden Künstlern unterschiedlichst kommentiert. Quantenphysikalische Theoreme wie der Welle-Teilchen-Dualismus oder die Nichtdeterminiertheit physikalischer Vorgänge werden in den ausgestellten Arbeiten einmal in ihrer rein ästhetischen Qualität beleuchtet, ein anderes Mal eröffnen sich die Vorstellung anregende Möglichkeitsräume – und wiederum ein anderes Mal werden wir angehalten, unsere eigene Rolle in der Konstruktion von Wirklichkeit zu hinterfragen.

An MATERIALIZE beteiligt sind der Maler Andreas Jungk (DE), der vielfach ausgezeichnete Objekt- und Lichtkünstler Luca Pozzi (IT) sowie der in Berlin lebende und arbeitende Kinetik-, Licht- und Klangkünstler Olaf Schirm (DE).

Der 1956 in München geborene Maler Andreas Jungk studierte Jura, bevor er sich zwischen 1995 und 2000 von einem japanischen Zen-Lehrer in die Techniken und die Philosophie der Zen-Kalligraphie einführen ließ. Jungks auf wenige Striche und Bewegungen reduzierte, oftmals schwarz-weißen Arbeiten, lesen sich häufig wie absichtslos, ohne ein dahinter liegendes, intellektuelles Konzept und als unmittelbare Präsenz. In seiner Arbeit „unborn” findet Jungks Faszination für elementare Strukturen der Natur und quantenphysische Phänomene ihren Ausdruck: Sie symbolisiert den Quantenraum, in welchem die Dinge ähnlich – aber niemals gleich – erscheinen. Die präsentierten Arbeiten “Unborn” und “The Secret Life of Quanta” sind im engen Austausch mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) entstanden.

Jungks Arbeiten wurden unter anderem auf der Kunst Zürich und in der Benjamin Eck Galerie gezeigt. 

Luca Pozzi (*1983 in Mailand) lässt sich in seiner Arbeit als bildender Künstler und „interdisziplinärer Vermittler” zwischen der Welt der Kunst und der Wissenschaft von Erkenntnissen aus der Physik, den Computerwissenschaften und der Astronomie inspirieren. In seiner künstlerischen Forschung beschäftigt sich Pozzi mit Quantengravitation, Teleportation, Zeitreisen und Teilchenphysik. Seine unter anderem auf der Documenta 14, der Marrakech und Moscow Biennale gezeigten hybriden Installationen umfassen magnetisierte Skulpturen, elektromagnetisch schwebende Objekte, Lichtmalerei und die performative Nutzung von Fotografie. Pozzi kollaboriert in seinen Arbeiten häufig mit wissenschaftlichen Organisationen und Communities wie bspw. Loop Quantum Gravity (PI), Compact Muon Solenoid (CERN) und dem Fermi Large Area Telescope (INFN, NASA). 

Die Arbeiten des in Berlin lebenden und arbeitenden bildenden Künstlers Olaf Schirm (*1958 in Berlin) kreisen um die Beziehung zwischen Mensch und Maschine, um ethische Fragen der Wissenschaft, Quantenphysik, künstliche Intelligenz und Robotik. Schirms Faszination für Maschinenverhalten und errechnete Intelligenz begann früh – im Alter von 17 Jahren entwickelte er seinen ersten Musik-Synthesizer, brachte sich im Rahmen seines Physik- und Biologiestudiums selbst die Grundlagen der Computerwissenschaften bei und arbeitete viele Jahre selbst im Feld der Robotik. Schirms kinetische Lichtinstallation „Quantom“ ist ein Kommentar auf unsere sich mit der Entdeckung des Wellen-Teilchen-Dualismus verändernde Weltwahrnehmung. „Quantom“ arbeitet mit quantisierten Wellenpaketen, die auf einer Leinwand kollabierende Wellen aus Teilchen formen. Analog den Entdeckungen Schrödingers berühmten Gedankenexperiment wird in „Quantom“ der Akt der Beobachtung zum entscheidenden Eingriff, der die physikalischen Zustände der Welt mit bestimmt.

Programm

Sektempfang und Open Doors, 18:30 Uhr

Begrüßung durch Dr. Christian Rauch, STATE Studio, ab 18:45 Uhr

Grußwort von Janis Eitner (Hauptabteilungsleiter Kommunikation, Fraunhofer-Gesellschaft)

Kunst trifft Wissenschaft Gesprächsrunde 19:00 Uhr

Mit Marta Gilabert Basset (Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF), Andreas Jungk und Falk Eilenberger (Fraunhofer IOF/Institut für angewandte Physik, Friedrich Schiller Universität, Jena)  Das Gespräch wird moderiert von Dr. Christian Rauch.

Mitwirkende

Team

Kuration: Dr. Christian Rauch, Johanna Teresa Wallenborn 
Produktion: Christina Hooge, Veronika E. Natter 

Ansprechpartner

Kontaktieren Sie uns gerne für weitere Informationen. Die Kurator*innen und Künstler*innen sowie die beteiligten Forscher*innen stehen gerne für Interviews zur Verfügung.

Fraunhofer Gesellschaft 

Dorothée Höfter 
Fraunhofer-Gesellschaft e.V., München
Hauptabteilung Kommunikation 
Wissenschaft und Kunst im Dialog
dorothee.hoefter@zv.fraunhofer.de

STATE Studio

Johanna Teresa Wallenborn
Christina Hooge
press@statefestival.org

FRAUNHOFER-NETZWERK WISSENSCHAFT, KUNST UND DESIGN

Wie kann Wissenschaft durch Kunst inspiriert werden – und umgekehrt? Welche Parallelen gibt es in der Arbeit von Forschenden und Kreativen? Wie können sie vom gegenseitigen Dialog profitieren? Diesen Fragen geht das neue Netzwerk »Wissenschaft, Kunst und Design« nach, das Anfang des Jahres 2018 in der Fraunhofer-Gesellschaft gegründet wurde. Durch den interdisziplinären Diskurs zwischen angewandter Forschung und Kunst sollen auch mit künstlerischen Methoden gesellschaftliche Herausforderungen identifiziert und ihnen begegnet werden. Für die künstlerische Praxis lobt das Netzwerk einmal pro jahr einen Wettbewerb »Artist in Lab – Dualität« aus. Die Gewinner werden neben ausgewählten Einzelprojekten im Kontext der Ausstellungsreihe »Wissenschaft und Kunst im Dialog« aufgegriffen, in kreativen Zusammenhang gebracht und in öffentlichen Ausstellungen präsentiert.

Informationen zum Ausstellungsprojekt der Fraunhofer-Gesellschaft unter:

www.fraunhofer.de/events

STATE STUDIO 

STATE ist eine in Berlin ansässige Initiative, die seit 2014 Gesellschaft und Forschung auf eine neue Weise zusammenbringt: partizipativ, interdisziplinär und inspirierend. Mit dem STATE Studio eröffnet im Herzen von Berlin ein Galerieraum für offene Wissenschaft, Kunst und Innovation. Das Studio ist zugleich öffentliche Wissenschafts- und Kunstgalerie und ein mietbarer Ausstellungs- und Veranstaltungsraum. Dort treffen Kunst, Wissenschaft und Technologie aufeinander, um auf inspirierende Weise jene Entwicklungen der drei Disziplinen zu untersuchen, die unsere Zukunft gestalten werden. Mit einer Dauerausstellung und verschiedenen Veranstaltungsformaten kuratiert STATE Entdeckungstouren zu den Trends wegbereitender Forschung und Innovation. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit Wissenschaft im Dialog (WiD), der Initiative für Wissenschaftskommunikation in Deutschland, und wird von JOHANENLIES unterstützt.

www.state-studio.com